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Den Eid eines Hundes zu lesen

 
  Titel des Lesen-Texts  
         
  Das Kamel, der Hirsch und das Pferd
(Volksgeschichte aus der Mongolei © Dulce Rodrigues. Alle Rechte vorbehalten)

Vor langer, langer Zeit hatte das Kamel ein wunderschönes Geweih und auch einen dicken und eleganten Schwanz. Das Kamel war also sehr stolz auf sein Geweih und seinen Schwanz und deswegen auch ziemlich eingebildet.

Als das Kamel einmal an einem See zum Trinken kam, sah es sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche und bewunderte sich darauf. Da kam der Hirsch aus dem Wald. Er verbeugte sich vor dem Kamel und sagte traurig: „Heute Abend möchte ich zur Tierversammlung gehen, aber wie soll ich nur mit meinem leeren Stumpfkopf dahin gehen? Ich wünschte mir wenigstens für eine Stunde ein solch wunderschönes Geweih, wie deins. Könntest du mir nicht dein Geweih für heute Abend leihen? Ich werde es gewiss morgen zurückbringen, wenn du hier trinken kommst.“

Das Kamel hatte Mitleid mit dem Hirsch. Der Hirsch sah wirklich miserabel aus. Es gab dem Hirsch sein Geweih und sagte: "Morgen sollst du mein Geweih bitte zurückbringen. Ich werde hier auf dich warten.“

Der Hirsch riss das wunderschöne Geweih aus den Hufen des Kamels und lief schnell in den Wald zurück. Unterwegs traf er das Pferd und verriet ihm, woher er das wunderschöne Geweih hatte.

Das Pferd wollte sich auch etwas Schönes verschaffen, kam zum Kamel und bat es um seinen Schwanz. Das naive Kamel lieh ihm auch seinen Schwanz.

Seitdem vergingen Tage, Monate und Jahre. Weder Hirsch noch Pferd brachten ihm seine Besitztümer zurück. Gelegentlich traf das Kamel Hirsch und Pferd und erinnerte sie an ihre Schulden. Aber sie lachten es aus und der Hirsch sagte sogar: "Ich werde dir dein Geweih zurückgeben, wenn die Hörner vom Ziegenbock bis zum Himmel reichen und dein neuer Schwanz den Boden streift.“

Seitdem schüttelt das Kamel immer seinen Kopf beim Trinken, weil es sein Spiegelbild ohne Geweih am Wasser sieht. Es hofft immer noch, dass der Hirsch sein Geweih vielleicht doch noch zurückbringt. Deswegen hält es immer Ausschau nach dem Hirsch und starrt in die Ferne.

Was dem Hirsch betrifft fällt jedes Jahr sein Geweih ab, weil es nicht sein eigenes ist, sondern er hat es nur durch Betrug erlangt.

Dein vierbeiniger Freund.

Barrys Unterschrift

 
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